Aktuelles

Unser Themenschwerpunkt für das Jahr 2017:

Zeitzeichen: Bildung - Verantwortung - Demokratie

Da bleibt kein Stein auf dem anderen – so empfinden es derzeit viele Zeitgenossen. Gewohnte Ordnungen vergehen. Politische Verlässlichkeiten werden unsicher. Ein auf Dauer scheinbar stabil errichtetes Gebäude von Ordnungen, seien sie gesellschaftlicher oder kirchlicher, politischer oder militärischer sowie kultureller Natur, verändert sich immens. Hinzu kommt, dass viele Menschen vom Populismus angezogen werden. Nicht so sehr das Argument und die Logik interessieren, als vielmehr emotionale „Argumente“, die in scheinbare neue Sicherheiten und in Altbewährtes zurückführen.

Demokratie wird Vielen undurchschaubar und anstrengend. Politische Bildung und die Ermutigung, Verantwortung zu übernehmen für eine auf christlichen Werten aufbauende Gesellschaftsordnung tun not. Christen inmitten der demokratischen Gesellschaft stehen zu ihr in einem Verhältnis kritischer Solidarität. Die Bejahung der Demokratie schließt ein, dass jede demokratische Ordnung an aktuelle Herausforderungen anzupassen, aber auch entschlossen gegen ihre Feinde zu verteidigen ist.

Herausforderung Rechtspopulismus für Gesellschaft und Kirche - Müssen wir jetzt die Demokratie verteidigen?

Dienstag, 20.6.2017 20 Uhr, Claretsaal Weißenhorn

Eine besondere Herausforderung für unsere Demokratie in Deutschland stellen seit einiger Zeit rechtspopulistische Bewegungen dar. Was bislang nur in anderen europäischen Ländern der Fall zu sein schien, artikuliert sich hierzulande nun mit großer Wucht: Gruppierungen am rechten Rand desParteienspektrums wie die AfD schaffen aus dem Stand den Sprung in die Landesparlamente. Das etablierte politische System wird radikal infrage gestellt. Was bedeutet diese Entwicklung für die Kirchen und die Christen?

Der Bonner Politikwissenschaftler und Publizist Dr.Andreas Püttmann geht der Frage nach, wie unser demokratisch verfasster Staat dieser Herausforderung begegnen kann und welchen Beitrag dazu gerade die Katholiken leisten können.

Stadtgang „StadtBürgerVerantwortung“

Mittwoch, 26.07.17, 18-20 Uhr

Die Demokratie ist eine Erfindung der Stadt. Historisch waren und sind die Kommunen die Orte demokratischer Entwicklung. Hier wird gelernt, mit Unterschieden und auseinander strebenden Interessen umzugehen. Die Stadtgesellschaft war und ist deshalb ein Lernfeld der Demokratie. Mit einem Gang zu bedeutenden historischen Orten der Weißenhorner Stadtdemokratie wollen wir uns dieser Geschichte und auch dieser Verpflichtung bewusst werden. Denn vielleicht ist die „lokale Demokratie“, sind die Kommunen, auch heute eine Art „Rettungsanker der Demokratie“.

Der Kampf um die Seelen
- Die Fugger, die Gegenreformation und die Kapuziner in Weißenhorn

Donnerstag 26.10.17, 20 Uhr, Ratssaal Weißenhorn

Graf Johann Albrecht Fugger (1624–1692) veranlasste 1662 die Ansiedlung der Kapuziner in Weißenhorn. Das neue Bettelordenskloster sollte die Bevölkerung nach den verheerenden Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs in ihren moralischen Ansichten und im katholischen Glauben wieder festigen. Gleichzeitig wollte der Regent der Ausbreitung der evangelischen Lehre, die in den Gemeinden Schnürpflingen, Balzheim und Reutti bereits fest verankert war, in seiner Herrschaft Grenzen setzen. Am 9. Oktober 1667 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung für das neue Kloster durch Abt Anselm von der Benediktinerabtei Elchingen. Am 13. Oktober 1669 wurde die neue Niederlassung von dem Augsburger Fürstbischof Johann Christoph von Freyberg zu Ehren des hl. Sebastian geweiht. Nach 144 Jahren wurde die Kapuziner-Niederlassung 1806 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Der Referent ordnet die Geschichte der Kapuziner in Weißenhorn in den Kontext von Reformation und Gegenreformation in unserem Raum ein.

Demokratie als Kooperation - Zur Rechtfertigung der Demokratie in der Philosophie der Moderne

Donnerstag, 09.11.17, 19 Uhr, Johanneshaus Neu-Ulm

Dr. Martin Böhnisch spricht über die verschiedenen Konzepte, die sich in der politischen Philosophie vor allem mit dem Problem der Rechtfertigung der Demokratie beschäftigen. Wie lässt sich Demokratie begründen? Sowohl die Konzepte, die auf Vertragsvorstellungen beruhen, als auch die, die dem Mehrheitsprinzip folgen, weisen dabei Mängel auf. Als Alternative wird das Konzept des zeitgenössischen Philosophen Julian Nida-Rümelin vorgestellt, der Demokratie als eine besondere Form der Kooperation ansieht.

Gesprächsreihe „Klassiker der Religionsphilosophie“ -  Europa

November 17 bis Januar 18, Johanneshaus Neu-Ulm

Wie wichtig ist Europa für uns Christen? Brauchen wir Europa vor allem zum Reisen und Arbeiten oder auch für unseren Glauben? Oder ist es sogar anders herum: Braucht Europa etwas, an das es glauben kann? Jenseits von Ökonomie und Politik? Immerhin hat der christliche Glaube Europa geprägt, was man auch daran erkennt, dass Europa - mit Edith Stein - eine Heilige als Patronin zur Seite gestellt wurde,  die das zu vereinen scheint, was Europäer ausmachen sollte: ein vernünftiger Glaube sowie eine glaubhafte Vernunft. In der folgenden Reihe wollen wir uns auf Spurensuche begeben und auch einen Blick in die Zukunft wagen.

Referent und Gesprächsleiter: Dr. Martin Böhnisch 

  1. Geschichte
    • F. Hegel: Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte
    • Datum: Do, 23.11.2017 – 20 Uhr
  2. Freiheit
    • F. v. Kutschera: Philosophie des Geistes
    • Datum: Do, 14.12.2016 – 20 Uhr
  3. Anerkennung
    • C. Taylor: Multikultarismus und die Politik der Anerkennung
    • Datum: Do, 11.01.2018 – 20 Uhr
  4. Gründe
    • M. Böhnisch: Grundlagen einer Ethik des Annehmens
    • Datum: Do, 25.01.2018 – 20 Uhr